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Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth
Berühmtheit über Deutschlands Grenzen hinaus erlangte Meiningen Ende des 19. Jahrhunderts, als der kunstsinnige Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) mit Hoftheater und Hofkapelle europaweit Aufsehen erregte und weitgreifende kulturelle Reformen auslöste. Das herzogliche Residenzschloss in Meiningen war nicht nur zentrale Wohn- und Repräsentationsstätte sondern auch geistiger Mittelpunkt dieses Musenhofes zwischen Weimar und Bayreuth. Als markantes Beispiel thüringischer Schlossbauten des Barock gehört die ab 1682 entstandene Dreiflügelanlage des Schlosses Elisabethenburg zugleich zu den städtebaulichen Wahrzeichen Meiningens. Hier befindet sich der Hauptsitz der Meininger Museen.
Beim Gang durch die Meininger Museen gehören Werke der Malerei, der Plastik und des Kunsthandwerkes zu den ständigen Begleitern. Eine mehr als zwei Jahrhunderte währende Nutzung als Residenz und die Wandlung der Wohn- und Repräsentationsbedürfnisse waren nicht folgenlos für das innere Erscheinungsbild der „Elisabethenburg“. Die Schlosskirche und das Treppenhaus mit dem Hessensaal im Obergeschoss werden von barocker Innenarchitektur bestimmt. Andere Räume sind von einem Stilpluralismus von Rokoko bis Klassizismus gekennzeichnet. Weite Schlossbereiche wurden unter Herzog Georg II. umgestaltet, der die Neurenaissance bevorzugte.
Mit den musikalischen Traditionen Meiningens verbinden sich so klangvolle Namen wie Johann Ludwig Bach, Hans von Bülow, Richard Wagner, Johannes Brahms, Richard Strauss oder Max Reger. Ihr Leben und Wirken war zeitweilig sehr eng mit dieser Stadt verknüpft. So entwickelte sich die Meininger Hofkapelle unter der fünfjährigen Führung durch Hans von Bülow zu einem Klangkörper, der sich sogar mit den Wiener Philharmonikern messen konnte. Es waren die Musiker der Meininger Hofkapelle, die als erste die Werke von Johannes Brahms mustergültig interpretierten. Als Geste des Dankes ließ der Komponist seine 4. Sinfonie 1885 im Meininger Hoftheater uraufführen. Das Max-Reger-Archiv Meiningen bildet eine Sonderabteilung. Es erinnert mit persönlichem Besitz, wie Möbeln, Plastiken und Bildern aus seinem Jenaer Arbeitszimmer, an den Meininger Hofkapellmeister. Eine kostbare Sammlung historischer Musikinstrumente in der ehemaligen Herzoglichen Bibliothek bildet seit 2008 den Kern der bis 2011 schrittweise neu entstehenden Präsentation der Sammlung Musikgeschichte.
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